Praxisphilosophie

Während vergangener über 30 jähriger praktischer ärztlicher Tätigkeit drängen sich mir durch Beschäftigung mit Menschen die Fragen auf: Was ist Krankheit, was ist Gesundheit, was ist Heilung, was ist Schmerz und welche Bedeutung hat er, was ist der Mensch, woher kommen wir, wohin gehen wir, wozu sind wir auf dieser Welt?

Diese Fragen kann ich natürlich nicht endgültig beantworten, aber das Nachdenken darüber ist ein ständiger Anreiz für mögliche Antworten, die sich aus der Vereinigung von naturwissenschaftlicher Erkenntnis und philosophischer Betrachtung ergeben.

Auf folgende naturwissenschaftliche Erkenntnisse beziehe ich mich:

1. Anatomisch besteht der Mensch aus Organen, die aus Zellen, die aus Molekülen, die aus Atomen bestehen. Ein Atom besteht zu 99,999 % aus Leere (ist energetischer Raum, ist Vakuum, ist freie Energie, ist Schwingung, ist morphogenetisches Feld) und nur zu 0,001 % aus Materie (ist verdichtete Energie). Letztendlich bestehen wir aus einer unfass- bar großen Anzahl von Schwingungsfeldern, die wiederum in übergreifende Schwingungs- prozesse, die wir z.B. Familie, Gesellschaft, Kultur, Religion, Universum usw. nennen, eingebunden sind. Zwischen allen diesen Schwingungsprozessen bestehen fraktale Be- ziehungen. Auch unsere Gedanken, Glaubensvorstellungen, Gefühle, Absichten sind Schwingungsprozesse.

2. Der Mensch besteht aus 100 Billionen Zellen, in einer Sekunde finden in einer Zelle ca. 100 000 chemische Reaktionen statt, das erfordert eine unvorstellbares Koordinations- und Regulationssystem. Was wissen wir wirklich über dieses Wunderwerk, wenn wir einige biochemische Reaktionsketten und Gensequenzen kennen ?

3. Der Informationsaustausch zur Steuerung der Prozesse erfolgt über Lichtquanten, den Biophotonen, die Bestandteil eines universellen Bewusstseinsfeldes sind.

4. Über die fraktal verbundenen Schwingungen hängt alles mit allem zusammen - wir Menschen haben dadurch Verbindung zu allen anderen Menschen und Dingen. Dadurch haben wir nicht nur Verantwortung für uns selbst sondern als Teilhaber auch Verantwortung für alle anderen Systeme ( andere Menschen, Natur, Umwelt, Gesellschaft usw.).

5. Jeder Teil des Menschen ist Teil des Ganzen und hat mit allen anderen Teilen Verbindung ( holografisches Prinzip, Nichtlokalität, Quantenverschränkung, Kohärenz der Bio- photonen).

6. Focusierung schafft Verbindungen und setzt Impulse (Bewusstsein als Kollaps der Wellen- funktion, der Beobachter schafft das Ereignis).

Alles Schwingende enthält Rhythmen und tritt als Polarität in Erscheinung, vergleichbar mit einem Pendel, das von einem Pol zum anderen schwingt und eine Verbindung zwischen den Polaritäten herstellt, "reguliert". Entsprechend sind Gesundheit und Krankheit Polaritäten einer Einheit, die sich im ständigen Regulationsprozess gegenseitig hervorholen und begrenzen. In diesem Kontext ist Krankheit kein Zustand sondern eine Wandlungsphase auf dem individuellen Entwicklungsweg des Menschen, der weniger nach einem "warum" als nach einem "wozu" verlangt. Damit wird Heilung zu einem Erkenntnisprozess. In diesem Sinne ist für mich Heilung nicht Reparatur oder Behandlung von Krankheiten sondern Begleitung des Menschen auf seinem individuellen Entwicklungsweg.

Entsprechende Regulationsprozesse finden zwischen krankmachenden und heilungsfördernden Faktoren statt. Ich betrachte medizinische Behandlung weniger als Fokusierung und Bekämpfung krankmachender, als vielmehr Anregung gesundheitsfördern- der Faktoren entsprechend der Salutogenese, wobei in erster Linie der "innere Heiler", das heißt, das eigene Regulationssystem angesprochen werden soll.

In Anlehnung an die paracelsische Vorstellung, dass die Medizin auf den 4 Säulen Philosophie ( im Sinne geistigen Überbaus und Weltbildes), Astrologie ( im Sinne kosmischer Erfahrungswissenschaft), Alchimie ( im Sinne einer Bewusstseinsentwicklung) und Virtus ( im Sinne einer redlicher Arzttätigkeit ursprünglichen Sinnes) sehe ich den Menschen als geistig - seelisch - körperliche Einheit ("der Körper ist Geist") und das Symptom als Offenbarung verborgener Wirkkräfte.

Daraus hervorgehend ist für mich - im Gegensatz zur trennenden, das Ganze zerlegenden "Heilwissenschaft" - Heilkunst ein synthetischer Prozess der Erfassung lebendiger Ganzheit des Individuums als Bestandteil des ganzen kosmischen Geschehens.

Heilung lässt sich nicht versprechen, Heilung lässt sich fördern.